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New World Order, VCS

NWO-Logo

New World Order ist eine Radioshow aus Grand Theft Auto: Vice City Stories.

Abschrift

(leise Musik spielt im Hintergrund)

  • Dwayne Thorn: Sie hören New World Order. Mein Name ist Dwayne Thorn. Ich bin Amerikaner, und Sie? Wenn nicht, haben Sie es nicht verdient, ein Radio zu besitzen. Wenn Sie wie ich keinen Reisepass haben wollen und finden, dass Los Santos von zu vielen... hm... exotischen Menschen bevölkert wird, ist das hier die richtige Sendung für Sie. Viel zu viele Shows zeigen keinen Respekt für politische Einstellungen und begreifen nicht, dass ein echter Mann keine Weltreisen unternommen haben muss, um sich über die Welt eine Meinung zu bilden und vor allem keine Ausländer kennengelernt haben muss, um zu wissen, dass sie nichts Gutes im Schilde führen!

(die Musik hält an; Dwayne seufzt)

  • Dwayne: Die Welt ist ein schöner Ort. Achten wir darauf, dass es auch so bleibt. Indem wir sie sorgfältig kontrollieren! Aber wie? Erstens durch einseitige Lohnerhöhungen im Radio und zweitens, indem wir uns ins Gedächtnis rufen, dass vieles auf der Welt nicht amerikanisch ist. Und das ist traurig. Hier wachsen Kinder unbeschwert auf, besuchen überbezuschusste öffentliche Schulen, wo sie nicht beten können, spielen auf den Straßen mit Bällen und trinken Limonade oder fummeln heftig rum. Doch Millionen von Kindern in Dritte-Welt-Ländern wie Europa wird eine solche Bilderbuch-Kindheit nicht zu Teil. Bryce Parker, unser Sonderkorrespondent, mit einem Sonderbericht über Kinderprostitution in Fernost. Hallo, Bryce!
  • Bryce Parker: Hallo Dwayne, Thailand – von Tempeln zu Treibereien. Viele kommen nach Bangkok, nur um letzterem nachzugehen. Laut Experten – wie mir – gehen über eine Million Jungen und Mädchen gewerblich sexuellen Berufen nach.
  • Dwayne: Wie teuer?
  • Bryce: Für nur einen Dollar bekommen Reisende minderjährige Mädchen vorgesetzt.
  • Dwayne: Wow! Das ist... fürchterlich...
  • Bryce: Tja, die Inflation... Ich habe mit einem Dorfbewohner ein 20-Dollar-Radio gegen seine zwei Töchter eingetauscht. Zwei reizende Geschöpfe... Perfekte Lippen, braune Hautfarbe, schlanke Figur. Die Brustentwicklung hat gerade eingesetzt. Ihr Hunger nach Liebe war ihnen förmlich anzusehen. Ein Sprichwort in Thailand besagt: „Iss das Obst, bevor es reift. Es schmeckt besser.“
  • Dwayne: Wenn Sie gerade erst eingeschaltet haben, Ladys und Gentlemen, Bryce Parker mit einem New-World-Order-Sonderbeitrag aus Fernost. Bryce, wäre es möglich, dass sich zwei Jungfrauen nackt um eine Rikscha räkeln, während ich ihnen darlege, wie Demokratie ihnen helfen könnte..?
  • Bryce: Ja, ich kann mich drum kümmern.
  • Dwayne: Super! Bryce Parker live aus Thailand. Später in der Sendung: Verwandeln einen Zigaretten in einen Cowboy? Millionen Chinesen glauben daran. Wir sprechen mit Redwood-Tobacco-Geschäftsführer Ken Silverman, aber zunächst stellen wir einen Anrufer durch. Hallo!
  • Anrufer: Ja, Dwayne, du machst eine tolle Show, Mann. Ich wollte mal fragen, was soll das eigentlich mit der Ein-Dollar-Note?
  • Dwayne: Was meinen Sie?
  • Anrufer: Na, auf der Pyramide ist ein Augapfel, auf dem steht: „Annuit coeptis“. Als ob der Augapfel nicht schon schlimm genug wäre!
  • Dwayne: Ich glaube, das ist lateinisch.
  • Anrufer: Warum müssen Fremdsprachen auf meinem Geld prangen? Bald sprechen wir alle nur noch lateinisch und was dann? Ich habe es satt, Sprachen, die ich nicht verstehe, und komisch sprechende Menschen zu ertragen! Das ist unamerikanisch!
  • Dwayne: Was machen Sie beruflich?
  • Anrufer: Ich bin bei der Zoll- und Einwanderungsbehörde. Aber was gedenkst du, gegen die Lateinbedrohung zu unternehmen?
  • Dwayne: Eventuell in die Werbung gehen, aber das kann ich nicht, da wir öffentlich-rechtlich sind. Wir machen jetzt ’nen Spendenaufruf oder so.

(Michelle Montanius lästert im Zwischenprogramm über Maurice Chavez)

  • Dwayne: Vielen Dank! Es ist eine Schande, für Geld betteln zu müssen. Wir haben die 80er! Und Ihr einziges moralisches Ziel ist Ihre eigene Zufriedenheit, koste es für die anderen, was es wolle. Ich war im Ausland und weiß, wie es dort zugeht: Das Essen taugt nichts, die Toiletten stinken und unser Geld gilt dort nicht. Indien ist wieder in den Schlagzeilen. Die Straßen voller Elefantenkot und Schlangenbeschwörer, das Essen macht Blähungen, dazu eine abartige Verehrung der Kuh und ein Kastensystem, das kein Mensch kapiert. Chuck Summers ist in Neu-Delhi.
  • Chuck Summers: Danke, Dwayne. Delhi hat nichts mit unseren amerikanischen Deli-Imbissläden zu tun, außer dass auch hier das Essen kalt ist und der Kaffee nach Achselschweiß riecht. Indien ist eine alte Kultur und das merkt man: Verschwitze Yogis stolpern umher, singen „Om“ und schauen selbstzufrieden aus der Wäsche, nachdem sie sich ungehörig in aller Öffentlichkeit gestretcht haben. Ich habe schnell gelernt, in den Affentempeln nicht die Zähne zu zeigen; das macht die Affen wütend. Aber ich bin nicht hier, um äffisch mit Kot zu werfen. Das mache ich freitags mit meiner kleinen brasilianischen Kellnerin, wenn meine Frau ihren Bridge-Abend hat. Doch es gibt noch eine größere Bedrohung für unsere Minimärkte in Amerika als diese eingebildeten Verrenker: das Essen. Dwayne, ich bin erst einen Tag hier und kann bereits sagen, dass indisches Essen blanker Terrorismus ist! Mein Magen brodelt, mein Hintern explodiert, als würde ich Feuer scheißen. Ich habe meine Reise in Kalkutta begonnen, wo... Oh... Oh, nein... Nicht schon wieder! Ah!

(Flatuliergeräusche)

  • Dwayne: Nachrichten von der Front, auch wenn sie noch so schmerzhaft sind. Das bietet Ihnen New World Order: das Ausland, wie es wirklich ist – verdreckt, muffig und jeder reißt sich um Handzettel der großartigsten Nation auf Erden. Das ist die Wahrheit. Und wenn Sie Angst vor Menschen mit anderer Hautfarbe oder anderem Glaubenssystem haben, heißt das nicht, dass Sie minderbemittelt sind, sondern dass Sie kapiert haben, dass es „richtig“ und „falsch“ gibt. Glauben Sie nicht den Liberalen und der Regierung: Wenn Sie vor der endgültigen Urteilsverkündung stehen und dem Obersten Gerichtshof erzählen wollen, dass Sie dachten, jeder sei vor dem Gesetz gleich, wird man Sie aus dem Gerichtssaal lachen! Willkommen in einem System, dem jeder beitreten kann, solange er zahlt. Doch wenn Sie sich dagegen entscheiden, müssen Sie auch mit den Folgen leben. Nächster Anrufer, Sie sind bei New World Order. Welches Problem haben Sie mit dem Ausland?
  • Thornton: Hey!
  • Dwayne: Ja...
  • Thornton: Äh, Dwayne?
  • Dwayne: Ja...
  • Thornton: Ja, ich rufe wegen diesem Buddha an.
  • Dwayne: Okay.
  • Thornton: Mann, ich steh total auf diesen Fettsack. Ich verrate Ihnen was: Der Kerl ist der Inbegriff von Erleuchtung! Wissen Sie was?! Während man unter einem Baum sitzt, gelangt man ins Nirwana – das ist krass!
  • Dwayne: Okay, worauf wollen Sie hinaus?
  • Thornton: Meine Frau, sie fragt: „Thornton, was machst du da unterm Baum?“ Und wissen Sie, was ich geantwortet habe? „Was ich mache, geht dich einen Scheißdreck an, du dumme Schlampe! Schieb deinen Arsch mal lieber zum Meditieren und halt die Fresse! Ich versuche, zu essen!“ Essen ist mein Leben, einfach dasitzen und verdauen. Ich hab mir das Buch „Von der Erleuchtung zum Arthaus in zehn einfachen Mahlzeiten“ gekauft. Da sind super Gerichte bei: paniertes Beefsteak, Schwein, Kekse mit Bratensoße, Gemüse, Maisgrütze, Alligator, Immigranten, Käse...
  • Dwayne: Das hier ist keine Kochsendung!
  • Thornton: Ich weiß, Großer, mach mal halblang. Wie steht’s so, Mr. Hi-ich-bin-der-Größte mit deinen Großstadtideen. Wenn du mir in die Quere kommst, Mann, stopf ich dir deine scheiß Fresse, Junge! Aber so was von!
  • Dwayne: Sehen Sie, was fremde Religionen mit Ihnen veranstalten, liebe Hörer? Dank meiner Religion bin ich friedliebender, gottesfürchtiger Amerikaner. Und ich töte oder verstümmel jeden, der das Gegenteil behauptet oder eine andere Auffassung hinsichtlich des Lebens nach dem Tod hat. Sobald Sie die Bedeutung des Universums entschlüsselt haben, können Sie machen, was Ihnen beliebt – Kifflom. Apropos Konsequenzen: Hören Sie, wie amerikanische Investoren diesen Regenwaldstamm in Ecuador gerettet haben. Ein Bericht von John Sickerman. John!
  • John Sickerman: Ecuador – Ich hab zwar keine Ahnung, auf welchem Kontinent ich mich befinde, aber hier ist es hoch und mir ist schlecht. Dieses Kaff macht mich krank! Tatsächlich brennt aber in diesem verrückten Land das Herz einer kapitalistischen Nation, wie mir neulich Pedro Anuncion zeigte, der jetzt bei uns ist. Pedro!
  • Pedro Anuncion: Hallo, John! Ich danke Ihnen von ganzem Herzen! Mit Ihren Investitionen haben Sie vielen Menschen geholfen. Dieser fürchterliche unberührte Regenwald hat meinen Stamm total gebremst. Wir kamen überhaupt nicht voran– Doch dank der mutigen Invest– Investitionen Ihres Landes haben wir den Wald gerodet und Fabriken errichtet, die Uran, Blei, Quecksilber und Koka fördern.
  • John: Wunderbar! Ist die Fabrik nicht hübsch?
  • Pedro: Ich bin in der Zeile verrutscht... Amerika ist die Nummer 1, ihr habt unzählige Arbeitsplätze geschaffen und die Menschen unabhängig gemacht. Ich hoffe, eines Tages diese Frau zu treffen... äh... Bonnie... Knight... Mir gefällt euer amerikanisches Fernsehen und eure Zebra-Riegel und das Zuckermüsli mit Marshmallows und eure wohlgeformten Ärsche und eure ganzen Kamasutra-Stellungen.
  • John: Also, gehört den Stammesmitgliedern die Fabrik?
  • Pedro (spricht leise): Äh, einem von ihnen. (wieder laut) Ja.
  • John: Wem?
  • Pedro: Äääh, mir! Wie ich bereits sagte, John: Vielen Dank! Wenn du je was brauchen solltest, sag Bescheid! Ich kann dir aufständische Kämpfer besorgen, die andere für dich kaltmachen! Ich hab geile Weiber mit Blasmund, silberne Stühle und Tische, ’nen Privatjet. Ich hab astreinen Schnee, Mann! Hör zu, Baby, wenn du jemanden loswerden willst, komm zu Dio Pedro. Wir beide sind jetzt Hermanos!
  • John: Wie Sie sehen, kommen die Veränderungen, die wir in Ecuador bewirkt haben, gut an bei den Einwohnern.
  • Dwayne: Fantastisch! Bei einer solch emotionalen Geschichte wird sogar mir Rassist ganz warm ums Herz. Seht ihr, Ausländer, seht ihr! Wir haben’s drauf. Nächster Anrufer, hallo, Sie sind bei New World Order, was haben Sie auf dem Herzen?
  • Michelle: Oh ja, hier ist Michelle aus dem Mittleren Westen.
  • Dwayne: Hallo, Michelle...
  • Michelle: Hi Dwayne, ich bin ein großer Fan der Sendung. Ich höre sie schon seit Jahren und bin noch nie ins Ausland gefahren. Nie! Ich wollte dir nur danken: Du hast mein Leben gerettet und meine Unschuld...
  • Dwayne: Danke, Michelle...
  • Michelle: Denn im Ausland wäre ich bestimmt ermordet oder vergewaltigt worden oder Schlimmeres. Schon der Gedanke daran macht mir Angst. Du hast mir den Tod erspart und ich hab mich für dich erspart, Dwayne. Ich liebe dich, ich bin bereit für dich, ich bin eine Frau. Oh, nimm mich! Oh, Himmel...
  • Dwayne: Wie alt sind Sie, Michelle?
  • Michelle: Ich bin 47, aber sauber und bereit. Und mein Kartoffelauflauf ist Weltklasse. Wir könnten einfach gemeinsam im Bett liegen–
  • Dwayne: Okay, nächster Anrufer: Wer ist in der Leitung? Nö, niemand. Senden wir noch einen Nachrichtenbeitrag: Heinrich Havelock ist live in Quiquibam und Quadibim und Arschfick-Niemandsland in Venezuela. Heinlich, äh, Heinrich...
  • Heinrich Havelock: Ja, danke, Dwayne. Hallo, Heinrich Havelock hier mit Häuptling Dwoin. Erzählen Sie mir, wie der freie Markt Ihnen geholfen hat, Häuptling.
  • Häuptling Dwoin: Nennen Sie mich Phil.
  • Havelock: Okay, wenn Sie wollen, Phil: Wie ist das Leben als Häuptling eines Eingeborenenstamms?
  • Häuptling: Wie Sie sehen, ist kaum noch Wald da dank der tollen Kettensägen, die die Amerikaner zurückließen. Tja, zuvor lebte unser Volk in Gleichberechtigung und in Einklang mit der Natur, jetzt bin ich hier der Boss. Ich kann mit allen Frauen meines Stamms schlafen, während ihre Ehemänner so tun als mochten sie mich und mich beim Golf gewinnen lassen.
  • Havelock: Ähm, das... das klingt toll.
  • Häuptling: Jetzt bauen wir Eigentumswohnungen, Handelsketten, Megakirchen. Schon bald kommen las Turistas und sehen mich mit Frauen aus allen Erdteilen schlafen. Mi habe grande Carro, mi habe Donner. Ich bin das Gesetz! Ich hab ’nen dicken Carajo!
  • Dwayne: Äh, Heinrich, darf ich kurz unterbrechen?
  • Havelock: Jetzt halt die Klappe, du aufgeblasener Sack!
  • Dwayne: Für uns zum Verständnis: Du meinst, der Kerl war ein Wilder und hat jetzt tatsächlich ein Gespür für Moral?
  • Havelock: Ja, er ist von einem System stagnierender Gleichberechtigung zu einem gnadenlosen Wettbewerbs übergegangen.
  • Dwayne: Ausgezeichnet! Und du wirst noch massig Zeit da unten haben, wenn die Spendenaktion nicht langsam ins Rollen kommt. Vielleicht eine Weile, bevor wir dich einstellen!
  • Havelock: Äh...
  • Dwayne: Danke, Heinrich! Unsere Zeit ist um. Bis zum nächsten Mal bei New World Order. Und merken Sie sich: Lieben Sie Ihr Land, stellen Sie unsere Politiker nicht in Frage – besonders, wenn sie ein bestechendes Lächeln und eine tolle Frisur haben – und Sie sind Teil der neuen Weltordnung.
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